BinnenschifffahrtGegenstand des Projektes ist zunächst die Wiederanbindung von vorhandenen Auengewässern an die Dynamik des Rheins. Später soll der Gewässerzug zu einer regelmäßig durchströmten Nebenrinne des Rheins weiterentwickelt werden. Ziel ist die ökologische Verbesserung des Rheins und seiner Aue. Konkret zielt das Projekt auf die Erhaltung und Entwicklung des EU-Vogelschutz- und Ramsar-Feuchtgebietes „Unterer Niederrhein“ und der FFH-Gebiete „NSG Rheinaue Bislich-Vahnum“ und „Rhein-Fischschutzzonen zwischen Emmerich und Bad Honnef“.

Zukunftsvision
Die Verbindung mehrerer kleinerer Abgrabungsgewässer zu einem komplett durchströmten Nebenarm (Nebenstromrinne) von etwa 2,8 Kilometern Länge soll die erneute Entwicklung verloren gegangener Fluss- und Auenlebensräume ermöglichen. Mit der dauerhaften Anbindung und Durchströmung der Aue wird die ökologische Verbindung zwischen Strom und Aue wieder hergestellt. Dadurch können Lebensräume zahlreicher Arten, unter anderem von Fischen, Muscheln und Vögeln, neu entstehen. Dabei sind nicht nur Fortpflanzungslebensräume wichtig, sondern auch solche zur Rast und zum Aufzug des Nachwuchses. So sollen sich durch die Anlage der Nebenrinne wieder überströmte, wellengeschützte Flachwasserzonen ausbilden. Periodisch trocken fallende Schlammflächen und Flutrasen sollen das Gebiet als Nahrungshabitat für Wat- und Wasservögel aufwerten. Durch die Nebenstromrinne ergibt sich für die Grünlandflächen im Deichvorland teilweise eine Insellage – von dieser Beruhigung profitieren vor allem die arktischen Wildgänse, die hier jedes Jahr in großer Anzahl überwintern.

Die Anlage der Nebenrinne wird gezielt in einem durch Abgrabung stark überformten Abschnitt des Deichvorlandes und unter Einbeziehung ehemaliger Abgrabungsgewässer erfolgen. Anders als in naturnah erhaltenen Auenbereichen kann damit die Beeinträchtigung vorhandener Lebensräume weitgehend vermieden und das hohe Entwicklungspotenzial genutzt werden. Durch die Einbeziehung der Abgrabungsgewässer wird zudem der Flächenbedarf an schutzwürdigem Auengrünland minimiert - für die Anlage des etwa 2,5 Kilometer langen Fließgewässers in der Aue wird eine Grünlandfläche von etwa einem halben Hektar umgewandelt.