AuenwaldFlüsse sind Lebensadern und Zentren der Artenvielfalt. Zusammen mit ihren Auen als natürliche Überflutungsgebiete beherbergen sie ökologisch wertvolle Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen. Der Fluss und seine Aue stellen eine räumliche und funktionale Einheit dar: durch die Überflutungen werden die Böden in der Aue auf natürlichem Wege „gedüngt“, gleichzeitig bewirkt die Kraft des Wassers fortlaufend die Entstehung neuer Lebensräume. Diese werden Pionierlebensräume genannt und von Arten besiedelt, die an extreme Umweltbedingungen angepasst sind (sog. Pionierarten). Sie entstehen z.B. bei Hochwasser durch die Ausschiebung von Flutrinnen und Entwurzlungen von Bäumen. Die Dynamik des Flusses mit seinen wechselnden Wasserständen bis hin zu großflächigen Überschwemmungen ist der entscheidende Faktor für die Vielfalt der Aue. Daher finden sich vor allem in naturbelassenen Flussgebieten ausgedehnte Auen- und Bruchwälder, in denen Weiden und Erlen wachsen. In der höher liegenden Hartholzaue stehen neben Eichen und Eschen auch Ulmen und Ahorn. Eine naturnahe Aue ist von Gewässern durchsetzt, die im Sommer zum Teil komplett austrocknen. Als weitere prägende Landschaftselemente finden sich blütenreiche Feuchtwiesen, bogenförmige Altarme und durch die Kraft des Wassers über Jahrhunderte aufgeschüttete Uferwälle.