Letzte Woche erschienen in der Rheinischen Post (und wortgleich in der NRZ) nochmals Artikel, die den Schluss zulassen, dass der Seitenarm falsch konzipiert und angelegt wurde und die starke Versandung der Fähre "Keer Tröch" verursacht. Wir hatten schon im vorletzten Jahr den Sachverhalt richtig gestellt. Auch dieses Mal haben wir wieder durch ein Schreiben an die Redaktionen reagiert. Die Rheinische Post hat diese Informationen bereits berücksichtigt.

Hier unsere aktuelle Stellungnahme:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großer Verwunderung entnahmen wir Ihrem Artikel „Niedrigwasser ist für die Fähre „Keer Tröch“ ein Problem“ vom 19.06.2019 verschiedene Aussagen, die wir bereits richtig gestellt hatten und nun dennoch wieder publiziert wurden. Ein ähnlicher Artikel (1) erschien bereits am 25.09.2017 in der Online-Ausgabe der Neuen Rhein-Zeitung. Auf diesen haben wir mit einer Richtigstellung geantwortet (2), die in Teilen auch in der Online-Ausgabe der Neuen Rhein-Zeitung vom 07.10.2017 veröffentlicht wurde.

Wichtig ist uns, festzuhalten, dass bereits in der Planfeststellung des Anlegers der Fähre „Keer Tröch“ der Einlauf der Nebenrinne im später genehmigten und umgesetzten Umfang enthalten war. Unser Projekt wurde nach der Plangenehmigung des Fähranlegers, aufgrund der Nichtverfügbarkeit eines Grundstücks, von einer Nebenrinne zum Seitenarm geändert. Der Einlaufbereich wurde dabei nicht geändert, da der Seitenarm zukünftig zu einer durchströmten Nebenrinne weiterentwickelt werden soll.

Der Heimat- und Bürgerverein Bislich e.V. ist zudem Mitglied des Beirats des Projektes der NABU-Naturschutzstation und wurde über die Planungen bzw. Planänderungen informiert. Dies schließt ausdrücklich die Plan- bzw. Projektänderung von einer durchströmten Nebenrinne zu einem einseitig an den Rhein angebundenen Seitenarm inkl. der damit einhergehenden Änderungen der Zielarten ein. Während des ordentlichen Genehmigungsverfahrens kamen vom Heimat- und Bürgerverein Bislich keinerlei entsprechenden Anmerkungen. Herr Hakvoort verbreitet u.E. somit wider besseren Wissens unwahre Aussagen über das Projekt (z.B. über die Zielarten des Projektes und die angeblich zu hoch liegende Sohle der Rinne).

Beim Lesen des Artikels entsteht der Eindruck, dass die NABU-Naturschutzstation Niederrhein bzw. unser Projekt für „…4000 bis 5000 Kubikmeter abgelagerten Materials…“ verantwortlich wäre. In Vermessungen und einem entsprechenden Gutachten wurde festgestellt, dass aus dem Bereich des Einlaufbereichs des Seitenarms ca. 450 Kubikmeter (also etwa 1/10 der im Artikel genannten Menge) ausgespült wurden. Dieses Gutachten liegt der Stadt Wesel vor. Somit ist der Seitenarm nur für einen sehr geringen Teil der gesamten Verlandung des Fähranlegers verantwortlich. Bezüglich der Ausbaggerung des Einlaufbereichs sind wir seit der ersten Ausspülung aus dem Einlaufbereich mit der Stadt Wesel als Genehmigungsinhaberin und dem Heimatverein Bislich als Betreiber des Anlegers in Kontakt und arbeiten konstruktiv an der Lösung.

Die NABU-Naturschutzstation Niederrhein hat aus naturschutzfachlicher Sicht ein großes Interesse daran, den Seitenarm zur ursprünglich geplanten Nebenrinne weiterzuführen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat der Europäischen Kommission gegenüber ein besonders hohes Interesse an der Fortführung des Seitenarms zur Nebenrinne bekundet und wird sich um die Realisierung bemühen. Wann dies geschehen wird, können wir leider nicht vorhersagen. Wir denken, dass im Bereich des Fähranlegers die Ablagerungen aus dem Seitenarm- bzw. Nebenrinnenbereich, die nur einen sehr geringen Anteil des gesamten Verlandungsgeschehens in diesem Bereich ausmachen, spätestens zu diesem Zeitpunkt stark zurückgehen werden.

Mit freundlichen Grüßen
NABU-Naturschutzstation Niederrhein

(1) „Bislicher kritisieren den NABU“, NRZ-Online, 25.09.2017
(2) der NRZ zugegangen am 05.10.2017, zu Ihrer Kenntnisnahme die Kopie des entsprechenden Schreibens als Anlage dieser Email